Hintergrund

Im Jahr 2012 wurde der Universität Bremen im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs das Siegel „Exzellenz-Universität“ verliehen. Teil des erfolgreichen Zukunftskonzepts der Bewerbung war die Schaffung von Forschungsgruppen, die eine wissenschaftliche Brückenfunktion zwischen anerkannten außeruniversitären Forschungseinrichtungen und ausgewählten Abteilungen der Universität Bremen wahrnehmen. Diese „kooperativen Forschungsgruppen“ werden gemeinsam finanziert und bearbeiten eng abgesteckte Forschungsfragen. Im April 2014 gründeten das Leibniz-Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung (BIPS) und das Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen die Forschungsgruppe „Evidence-Based Public Health“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan K. Lhachimi.

Evidence-based public health ist die wissenschaftliche Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Programmen und Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung oder gefährdeter Subgruppen innerhalb der Bevölkerung. In diesem Projekt sollen zwei methodische Ansätze kombiniert werden: Zum einen systematische Reviews, wie sie bereits in der klinischen Epidemiologie durchgeführt werden; jedoch müssen die etablierten Methoden an die spezifischen Herausforderungen der Betrachtung von Interventionen auf der Bevölkerungsebene angepasst werden, zum anderen die Quantifizierung der Auswirkungen von Interventionen auf die Gesundheit der Zielgruppe, um eine optimale Entscheidung, insbesondere im Fall von konkurrierenden Interventionen, zu ermöglichen.