Arbeit von Till Seuring innerhalb des iHEA Student Prize ausgezeichnet

Im Rahmen des iHEA Student Prize, welcher exzellente Forschung von Doktoranden im Bereich der Gesundheitswissenschaft auszeichnet und alle zwei Jahre von der International Health Economics Association (iHEA) vergeben wird, erreichte in diesem Jahr Dr. Till Seuring aus unserer Forschungsgruppe eine Zweitplatzierung in diesem Wettbewerb. Dr. Seuring erhielt die Auszeichnung für seine Studie “The relationship between diabetes, employment status and behavioural risk factors: An application of marginal structural models and fixed effects to Chinese panel data“, welche die Effekte einer Diabetesdiagnose auf den Arbeitsmarktstatus als auch auf das für die Prävention von Diabeteskomplikationen wichtige Gesundheitsverhalten untersuchte. Die Studie nutzte dazu Daten aus China, ein Land, welches seit einigen Jahrzehnten einen starken Anstieg von Diabetesfällen verzeichnet und heute weltweit die meisten Menschen mit Diabetes beheimatet. Die Ergebnisse der Studie deuten auf deutliche Unterschiede in den Effekten zwischen Männern und Frauen hin, mit positiven Verhaltensänderungen sowie keinen Arbeitsmarkteinbußen bei Männern, wohingegen für Frauen deutlich weniger positive Verhaltensänderungen und ein relativ großer Rückgang der Arbeitsmarktchancen von 16% gefunden wurden. Die Studie ist noch nicht publiziert, allerdings ist eine frühere Version als Teil von Dr. Seurings Doktorarbeit zugänglich.

 

Die Studie wurde zudem im Rahmen einer speziellen Session für die drei erstplatzierten Gewinner auf dem diesjährigen Kongress der International Health Economics Association präsentiert, welcher  vom 07.-11-. Juli an der Boston University stattfand. Die Präsentation wird in kürze auch als Video auf der iHEA Homepage verfügbar sein.

Dr. Seuring präsentierte zudem auf dem gleichen Kongress eine weitere Studie zu den Arbeitsmarkteffekten von Diabetes in Mexiko, einem anderen Land mittleren Einkommens welches große Probleme mit Übergewicht und Diabetes hat. Eine Version dieses Artikels kann hier heruntergeladen werden. Der Kongress findet alle zwei Jahre statt und sorgt für die Zusammenkunft von Gesundheitsökonomen aus der ganzen Welt, welche neuste Erkenntnisse aus allen Bereichen der Gesundheitsökonomie präsentieren.

Modellierungsherausforderungen bei Kosteneffektivitätsanalysen von HPV Impfungen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommensniveau

obinna_e_bips_2Obinna I Ekwunife und Stefan K Lhachimi der EBPH-Forschungsgruppe haben in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Forscher_innen  – James F. O’Mahony (Irland), Andreas Gerber Grote (Schweiz), Christoph Mosch (Deutschland), Tatjana Paeck (Deutschland) – ein systematisches Review im PharmacoEconomics Journal veröffentlicht. Die folgenden Absätze fassen den dringlichen Bedarf für die Übersichtsarbeit, wesentlichen Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen der Autor_innen zusammen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt routinemäßige HPV Impfungen für Mädchen, falls sich diese als kosteneffektiv in dem jeweiligen Land bzw. der betreffenden Region erweisen [1]. Bereits zahlreiche Studien zur Kosteneffektivität von HPV Impfungen wurden in Ländern mit hohem, mittlerem oder niedrigem Einkommensniveau publiziert. Diese Studien nutzen üblicherweise entscheidungsanalytische Modelle, da sich viele der relevanten Ergebnisse nicht ausreichend in der Dauer von regulären Impf- und Screening-Studien untersuchen lassen. Kosteneffektivitätsanalysen von HPV Impfungen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommensniveau (LMICs) übernehmen oft jene entscheidungsanalytischen Modelle von Studien aus Ländern mit hohem Einkommensniveau.

Allerdings machen es bestimmte Herausforderungen bei der Implementierung und Aufrechterhaltung einer umfassenden Präventionsstrategie von Gebärmutterhalskrebs in LMICs schwierig vorauszusehen, welche Impfraten und Impfkosten entsprechend erzielt werden können. Beide sind jedoch zentrale Parameter in den meisten entscheidungsanalytischen Modellen von HPV Impfungen und von hoher Relevanz dafür, ob eine Impfung als kosteneffektiv angesehen werden kann oder nicht. Deswegen müssen entscheidungsanalytische Modelle, welche die Kosteneffektivität von HPV Impfungen in LMICs analysieren, diese besonderen Herausforderungen berücksichtigen, während sie in Ländern mit hohem Einkommen weniger relevant sind. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn entsprechende politische Empfehlungen ausgesprochen werden sollen.

Dies war der Hintergrund dafür, dass die Autor_innen sich entschieden ein systematisches Review zur Beantwortung der Fragestellung anzufertigten, wie kontextspezifische Herausforderungen bei der Implementierung und Aufrechterhaltung von Strategien zur Prävention und Kontrolle von Gebärmutterhalskrebs in LMICs bei Kosteneffektivitäts-Analysen von HPV Impfungen berücksichtigt werden.
Das Review untersuchte insbesondere die folgenden Fragestellungen: (1) Berücksichtigt die derzeitig verfügbare Literatur zur Kosteneffektivität von HPV Impfungen die besonderen Herausforderungen von LMICs? (2) Wie wurden die besonderen Herausforderungen jeweils in den Modellen integriert? (3) Ist die Unsicherheit bezüglich Modellparametern – die besonders sensibel auf jene Herausforderungen bei der Implementierung in LMICs reagieren – so groß, dass sie Politikempfehlungen beeinträchtigt?

Die zentralen Erkenntnisse des systematischen Reviews waren, dass die Kosten für die jeweils geimpften Mädchen, Impfraten und die Abdeckung durch Screening extrem ungewissen Parameter in modell-basierten Kosteneffektivitäts-Analysen von HPV Impfungen in LMICs unterliegen. Diese Ungewissheit hinsichtlich der Parameter ist insbesondere von Bedeutung, da sie die Schlussfolgerungen zur Kosteneffektivität umkehren und Politikempfehlungen verändern können.

Um die Schätzung hinsichtlich der Kosten pro geimpftem Mädchen in Kosteneffektivitäts-Analysen von HPV Impfungen in LMICs zu verbessern, empfehlen die Autor_innen, die Kosten für die Bereitstellung des HPV Impfstoffs von anderen Ländern – in denen die Impfung bereits großflächig implementiert wurde – in angepasster Form an das jeweilige Land zu übernehmen. Bezüglich Impfraten kommen die Autor_innen zu dem Schluss, dass es am geeignetsten wäre, länderspezifische Impfraten aus anderen Impfkontexten als Basisannahme zu nutzen. Sie schlagen hierbei vor, Impfraten von Auffrischungsimpfungen für Jugendliche aus Ländern oder Regionen zu benutzen, in denen solche Programme bereits etabliert sind, wie z.B. im Nahen Osten und Nordafrika [2]. Bei Fehlen solcher Daten zu Impfprogrammen für Jugendliche – kann die Abdeckung von Diphterie-Tetanus-Keuchhusten (DTP3) als guter Näherungswert dienen, insbesondere weil die Impfrate der dritten DTP Dosis bei Säuglingen als Hauptindikator für den Erfolg dieses Impfprogrammes gilt und auch als Richtgröße zur Teilnahme bei der Vaccine Alliance (Gavi) Förderung genutzt wird [2]. Bei Abdeckungsraten hinsichtlich des Screenings empfehlen die Autor_innen des Weiteren, Screeningsraten bezüglich Gebärmutterhalskrebs aus Ländern in der gleichen geographischen Region für die Analyse zu nutzen. Beispielsweise könnten afrikanische Länder bei Fehlen von lokalen Daten die südafrikanische Screeningsrate von 20% als Basis annehmen, anstelle einer überhöhten 70%-igen Abdeckungsrate [3].

Weiterführender Link

Volltext des Artikels bei PharmacoEconomics: Link

Referenzen

1. WHO. Human papillomavirus vaccines. WHO position paper. Weekly Epidemiological Record 2009.

2. Jumaan AO, Ghanem S, Taher J, Braikat M, Al Awaidy S, Dbaibo GS. Prospects and challenges in the introduction of human papillomavirus vaccines in the extended Middle East and North Africa region. Vaccine. 2013;31 Suppl 6:G58-64. doi:10.1016/j.vaccine.2012.06.097.

3. Bruni L B-RL, Albero G, Aldea M, Serrano B, Valence S, Brotons M, Mena M, Cosano R, Muñoz J, Bosch FX, de Sanjosé S, Castellsagué X. ICO Information Centre on HPV and Cancer (HPVInformation Centre). Human Papillomavirus and Related Diseases Report: South Africa2015. Report No.: 2015-03-20.

Cochrane Review über die Besteuerung von Softdrinks erhält Förderung durch CRSP

Auf Grundlage von 23 Titel-Einsendungen unterschiedlicher Cochrane Review Gruppen wurde innerhalb der zweiten Runde des Cochrane Review Support Programme (CRSP) der von der ebph – Forschungsgruppe geleitete Cochrane Review zu der Wirkung von Softdrink Besteuerung erfolgreich berücksichtigt. Das CRSP von Cochrane dient der finanziellen Unterstützung bei der Durchführung von Cochrane Review Titeln mit hoher Priorität. Insgesamt wurden in der zweiten Runde zehn Titel gefördert. Die Auswahl wurde durch ein international besetztes Panel, bestehend aus Mitwirkenden und Stakeholdern von Cochrane, getroffen. Beteiligte des Reviews bedanken sich herzlich für die zukünftige finanzielle Förderung.

Cochrane Reviews unter Leitung der ebph Forschungsgruppe auf ‚Cochrane Priority Review list‘ vertreten

Zwei der derzeit in Durchführung begriffenen Cochrane Reviews zu der Wirkung von Fett- und Zuckersteuern auf Übergewicht und Adipositas wurden jüngst im Mai Update der ‚Priority Review list‘ von Cochrane aufgenommen. Priorisierung von Review-Titeln ist allgemeines Ziel der Cochrane to 2020 Strategie und soll entweder neue Review-Titel oder bestehende Reviews mit erfolderlichen Updates identifizieren, die eine hohe Relevanz für den Gesundheitsbereich und gesundheitspolitische Entscheidungsträger_innen aufweisen. Zusammen mit unserem internationalen Review-Team freuen wir uns, dass in Folge der Listenerstellung unter Einbezug der Vorschläge von Review-Gruppen und weiteren Stakeholdern unseren Fragestellungen diese Relevanz beigemessen wurde.

Cochrane Review zu Unconditional Cash Transfers veröffentlicht

Ein internationales Forschungsteam—Dr. Frank Pega (Neuseeland), Dr. Sze Yan Liu (USA) Dr. Stefan Walter (USA), Prof. Stefan K Lhachimi (Deutschland)—veröffentlichte jüngst ein Cochrane Review im Rahmen von Cochrane Public Health zu der Wirkung von Unconditional Cash Transfers (UCT)—Geldtransfers ohne einhergehenden Verpflichtungen—als soziale Sicherungsmaßnahme in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau in der Cochrane Library. Der Review untersuchte die Effekte von UCTs auf die Nutzung von Gesundheitsleistungen, Gesundheit, sozialen Determinanten von Gesundheit, Gesundheitsausgaben und lokalen Märkte, sowie die Infrastruktur in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommensniveau. Zudem verglich der Review die Effekte unterschiedlicher Implementationsformen: Direktzahlungen versus der Zuweisung für bestimmte Güter (z.B.: Essen) oder andere Geldtransferformen.

Hierbei wurden 3 Studien aus dem Niger und Nicaragua mit insgesamt 13885 Teilnehmer_innen (9640 Kinder und 4245 Erwachsene) und 1200 Haushalten eingeschlossen. Diese Studien untersuchten fünf Programme von Regierungs-, Nicht-Regierungs- oder Forschungsorganisationen welche Bestandteile von geleisteter Katastrophenhilfe—in diesem Fall Dürre—waren. Die Geldtransfers variierten von 145 bis 250 USD oder mehr, abhängig von den Charakteristika der Haushalte. Bei der Qualitätsbewertung der Studien wurde die Evidenz der eingeschlossenen Studien als sehr gering und sehr unsicher bewertet. Teilweise lagen umfangreiche methodische Limitierungen innerhalb der Studien vor.

UCTSs zeigten einen leichten Anstieg bei dem Anteil von Kindern die Vitamin- oder Eisen-Ergänzungsmittel erhielten, als auch einen positiven Effekt hinsichtlich des häuslichen Lebensumfeldes der Kinder. Dies könnte zu einer umfangreichen Verringerung der Sterbewahrscheinlichkeit, einer moderaten Reduzierung von Krankheitstagen und einer großen Reduktion von akuter Mangelernährung geführt haben. UCTs zeigten keinen erkennbaren Effekt auf den Anteil der Kinder die Entwurmungsmedikamente erhielten, auf die altersspezifische Größe der Kinder, das Ausmaß von Depressionen bei Erwachsenen oder die Qualität des Erziehungsverhaltens von Eltern. Es wurden keine adversen Effekte berichtet. Die eingeschlossenen Studien wiesen einen Mangel an der Berücksichtigung weiterer wichtiger Endpunkte auf, beispielsweise Endpunkte zu Ernährungssicherheit oder Ungleichheitsaspekten.

Verglichen mit Transfers für Lebensmittel wurde keine Evidenz gefunden, dass UCTs die Wahrscheinlichkeit der Sterblichkeit oder akuter Mangelernährung von Kindern verringert. Wurden gleiche Transfersummen bei unterschiedlicher Transferform—Bargeld versus Handy—verglichen, zeigte sich bei der Bargeldintervention ein moderater Anstieg der Ernährungsdiversität von Haushalten. Keine Evidenz lag hinsichtlich der Effekte auf soziale Determinanten von Gesundheit, Gesundheitsausgaben und lokalen Märkte, sowie auf die Infrastruktur vor.

Die Autor_innen kommen zu dem Fazit, dass weitere qualitativ hochwertige Evidenz (im Speziellen von RCTs im Bereich humanitärer Katastrophen – außerhalb von Dürren) notwendig ist, um eindeutige Schlussfolgerungen in Bezug auf die relative Effektivität von UCTs hinsichtlich der Verbesserung der Nutzung von Gesundheitsleistungen und Gesundheit in humanitären Katastrophen zu ziehen.

Weiterführende Links

Unter folgendem Link ist der volle Review in der Cochrane Library abrufbar: Link
Die Meldung zur Veröffentlichung des Reviews auf der offiziellen Cochrane Seite: Link

Von Übergewicht bis zur Impfpolitik: Gemeinsam die Zukunftsfragen der Gesundheit beantworten – CPHE gegründet

Münchner und Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich mit Institutionen aus Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen, um einen europäischen Satelliten der Public Health-Gruppe des Forschungsnetzwerks Cochrane zu gründen. Die Ziele der Kooperation sind es, die Forschung zu Themen der öffentlichen Gesundheit voranzutreiben und die Ergebnisse an die Öffentlichkeit sowie an Entscheidungsträger zu vermitteln. Beteiligt sind die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universität Bremen und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS.

Wie soll die Gesellschaft mit der rasanten Zunahme von Übergewicht in der Bevölkerung umgehen? Brauchen wir für bestimmte Krankheiten eine Impfpflicht? Welche Regelungen macht die Belastung unserer Atemluft mit Feinstaub notwendig? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, braucht es gezielte Forschung auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit (Public Health) sowie einen transparenten und verantwortungsbewussten Umgang mit den daraus entstehenden wissenschaftlichen Ergebnissen und Aussagen.

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, die Universität Bremen und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS haben sich mit Cochrane Österreich, Cochrane Schweiz und der Universität Zürich zusammengetan, um der Public Health-Forschung mehr Gewicht zu verleihen, sie besser zu koordinieren und so wichtigen gesellschaftlichen Gesundheitsanliegen eine starke, faktenbezogene Stimme zu geben. Unterstützt wird die Initiative von Cochrane Deutschland.

Der europäische Satellit ist ein Ableger von „Cochrane Public Health“, einer der insgesamt über 50 themenbezogenen Arbeitsgruppen des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane. Das zentrale Ziel dieses Netzwerks ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitssystem zu verbessern. Dieses Ziel wird vor allem durch das Erstellen, Aktualisieren und Verbreiten systematischer Übersichtsarbeiten erreicht.

„Im Gegensatz zu medikamentösen Verfahren sind Public Health-Ansätze oft komplex – so kommen zum Beispiel technische, regulatorische und informierende Maßnahmen gemeinsam zum Einsatz und müssen jeweils den lokalen Gegebenheiten angepasst werden“, erklärt PD Dr. Eva Rehfuess, Wissenschaftlerin am Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU. „Um die Wirksamkeit dieser Maßnahmen korrekt bestimmen zu können, brauchen wir ein innovatives Methodenpaket. Hieran arbeiten wir gemeinsam, insbesondere bei der Erstellung von systematischen Übersichtsarbeiten und der Beurteilung der so zusammengeführten Evidenz.“

Ein erstes gemeinsames Projekt ist die Internetseite „Cochrane Kompakt“. Laienverständliche Zusammenfassungen wichtiger systematischer Übersichtsarbeiten werden ins Deutsche übersetzt und online für alle Interessierten zur Verfügung gestellt. „Wir dürfen das Feld der Gesundheitsinformation nicht Gruppen überlassen, die primär kommerzielle Interessen verfolgen“, betont Dr. Erik von Elm, Wissenschaftler am „Institute of Social and Preventive Medicine“ der Universitätsklinik Lausanne und Co-Direktor von Cochrane Schweiz. „Patienten, Angehörige oder Eltern haben das Recht, unabhängige und objektive Informationen zu Wirksamkeit oder möglichem Schaden von gesundheitsbezogenen Maßnahmen zu erhalten. Das wollen wir mit Cochrane Kompakt ermöglichen.“

Prof. Dr. Stefan K. Lhachimi, Leiter der „Collaborative Research Group for Evidence-Based Public Health“ an der Universität Bremen und am BIPS, erklärt: „Um unsere Forschungsbemühungen auch sinnvoll den Erwartungen und Bedürfnissen unserer Zielgruppe anzupassen, bedarf es einer ‚Inventur‘ der vorrangigen Public Health-Probleme. Wir werden untersuchen, wo einerseits Informationsdefizite und andererseits Informationsüberfluss bestehen. Hierzu werden wir auch Gesundheitspolitikerinnen und -politiker, Behörden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch Betroffenenverbände in allen deutschsprachigen Ländern befragen.“

Das Forschungsnetzwerk Cochrane wurde 1993 als weltweiter Zusammenschluss von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin und Patientenvertretung gegründet. Namensgeber ist Sir Archibald Leman Cochrane, der britische Epidemiologe und Urvater der evidenzbasierten Medizin. Ziel von Cochrane ist es, medizinische Fragestellungen evidenzbasiert zu beantworten und somit Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen sowie Patientinnen und Patienten bei der Einschätzung von Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten zu unterstützen.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Seite von Cochrane Public Health Europe oder schreiben Sie an cochranepublichealth@ibe.med.uni-muenchen.de

Die vorliegende Fachinformation lässt sich an dieser Stelle als .pdf in deutscher Sprache und hier als englische Sprachversion herunterladen.

Weiterführende Links:
Website von “Cochrane Public Health Europe”: http://ph.cochrane.org/cochrane-public-health-europe?
Website von “Cochrane Kompakt”: http://www.cochrane.org/de/evidence
Website von Cochrane international: http://www.cochrane.org/
Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU: http://www.ibe.med.uni-muenchen.de/
“Research Group for Evidence-Based Public Health”, Universität Bremen und BIPS: http://www.ebph.uni-bremen.de/

Kontakt:
Ludwig-Maximilians-Universität München
PD Dr. Eva Rehfuess
Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie
Mobil: 0163/6859436
E-Mail: rehfuess@ibe.med.uni-muenchen.de

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS / Universität Bremen
Prof. Dr. Stefan Lhachimi
Tel.: 0421/218-56919
E-Mail: stefan.lhachimi@uni-bremen.de

 

Professor Stefan K. Lhachimi als Sachverständiger in das dritte EU-Gesundheitsprogramm berufen

Die Europäische Kommission hat Professor Stefan K. Lhachimi, Leiter der Forschungsgruppe „Evidence-Based Public Health“ am BIPS und der Universität Bremen, als externen Sachverständigen für das dritte EU-Gesundheitsprogramm berufen. Mit dem Gesundheitsprogramm will die Europäische Kommission – mit Unterstützung der EU-Agentur für Verbraucher, Gesundheit und Lebensmittel (Chafea) – die EU-Gesundheitsstrategie umsetzen.

Das dritte EU-Gesundheitsprogramm, das für den Zeitraum von 2014 bis 2020 angelegt ist, verfolgt vier übergeordnete Ziele: die Gesundheit zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und ein gesundes Lebensumfeld zu schaffen (1), die Bevölkerung vor schwerwiegenden grenzübergreifenden Gesundheitsgefahren zu schützen (2), zu einem innovativen, effizienten und nachhaltigen Gesundheitssystem beizutragen (3) sowie den Zugang der Bevölkerung zu einer besseren und sichereren Gesundheitsversorgung zu erleichtern (4). Mit jährlichen Arbeitsplänen wird die Europäische Kommission festlegen, welche Bereiche prioritär behandelt werden und welche Kriterien den Maßnahmen zugrunde liegen.

Obinna Ekwunife erhält Georg Forster-Forschungsstipendium

Für das Forschungsvorhaben „Cost effectiveness analysis of primary prevention against secondary prevention of cervical cancer in Nigeria” hat Obinna Ekwunife das Georg Forster-Forschungsstipendium erhalten. Ziel des Stipendiums ist es, wissenschaftliche Forschung mit Nutzen für das jeweilige Herkunftsland, in Kooperation mit einer Forschungseinrichtung in Deutschland und einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber, zu ermöglichen. Mit seiner Arbeit bereichert Obinna Ekwunife bis Ende 2015 die Arbeit der Bremer ebph-Forschungsgruppe und wird durch Stefan K. Lhachimi betreut.